Das 191. Oktoberfest in München geht am Sonntag, 4. Oktober 2026, zu Ende – und genau dieses Wochenende überlagern sich mehrere Verkehrsströme, die nichts miteinander zu tun haben, auf denselben Autobahnkilometern. In Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland beginnen die Herbstferien, am Samstag ist Tag der Deutschen Einheit, in Stuttgart läuft der Cannstatter Wasen weiter, und rund um die Theresienwiese gilt das gewohnte Sperrring-Konzept. Wer mit dem Pkw nur „schnell durch München“ will oder aus dem Süden Richtung Alpen fährt, landet leicht zwischen Wiesn-Besuchern, Baustellen und Rückreisekolonnen.
Drei Tage, vier Auslöser
Freitag, 2. Oktober, bringt das übliche Mischungsverhältnis aus Pendlerverkehr und Wochenendausflügern. Der Feiertag am Samstag, 3. Oktober, erzeugt kein verlängertes Brückenwochenende, kann bei sonnigem Herbstwetter aber trotzdem viele Kurztrips in Seen- und Mittelgebirgsregionen auslösen. Hinzu kommt das letzte Wiesn-Wochenende: Der finale Sonntag zieht traditionell besonders viele Besucher an, die mit dem eigenen Auto möglichst nah an die Innenstadt herankommen wollen – obwohl direkt am Festgelände keine Parkplätze stehen. Parallel endet an diesem Sonntag die Asphalterneuerung auf der A995 zwischen München-Giesing und München-Süd, die den Verkehr seit Juli auf je einen Fahrstreifen pro Richtung gedrosselt hat.
Autobahnen als Trichter
Die Fernverbindungen nach München verhalten sich wie Einspeiser in einen bereits vollen Ring. Aus Nürnberg und Nordbayern läuft viel Verkehr über die A9, aus Stuttgart und Salzburg über die A8, aus dem Allgäu über die A96. All diese Ströme treffen auf den Autobahnring A99 und die Zubringer Richtung Mittlerer Ring. Der ADAC nennt für das Wochenende vom 2. bis 4. Oktober unter anderem A8, A9, A96 und A99 zu den besonders staugefährdeten Abschnitten – nicht nur wegen der Wiesn, sondern auch wegen bundesweit rund tausend Baustellen, die Fahrstreifen reduzieren oder Umleitungen erzwingen.
Wer von außerhalb anreist, sollte die Ankunftszeit nicht an „Theresienwiese“ koppeln, sondern an einen Park-and-Ride-Bahnhof am Stadtrand. Die ADAC-Stauprognose und die Verkehrsmeldungen der Autobahn GmbH lohnen sich vor Abfahrt, weil sich Staus auf der A8 oft schon hinter Rosenheim oder Augsburg aufbauen, lange bevor Schilder „München“ zeigen.
Sperrringe: was Autofahrer in der Stadt erwarten
Die Landeshauptstadt München fährt für die Wiesn ein mehrstufiges Verkehrskonzept. Ein äußerer Sperrring begrenzt die Einfahrt; im mittleren Ring um Bavariaring und Theresienhöhe ist der reguläre Autoverkehr gesperrt. Anwohner, Zulieferer und berechtigte Besucher brauchen Einfahrtscheine und personalisierte Kontrollbelege – Lieferwagen sind nur in festen Zeitfenstern unterwegs, damit sich Besucher- und Lkw-Verkehr nicht überschneiden. Wer ohne Berechtigung in Parklizenzgebieten abstellt, riskiert Abschleppen; die Stadt weist ausdrücklich darauf hin, dass am Festgelände selbst keine Pkw-Stellplätze zur Verfügung stehen.
Praktisch heißt das: Karten-Apps, die „Theresienwiese“ als Ziel ansteuern, produzieren oft Routen durch gesperrte Abschnitte oder in Wohnstraßen mit hohem Kontrolldruck. Besser ist ein P+R am S-Bahn-Rand und die letzte Meile mit Bus oder Bahn – auch weil der Nahverkehr am Finalwochenende ohnehin an Kapazitätsgrenzen fährt.
A995: Baustellenende trifft Finalsonntag
Die Baustelle auf der A995 war bewusst in die Sommerferien gelegt worden, weil die Strecke sonst stark vom Pendlerverkehr geprägt ist. Bis einschließlich 4. Oktober 2026 gilt dennoch ein Fahrstreifen pro Richtung; der Fernverkehr wird großräumig über die A8 geführt. Wer die A995 als „Abkürzung“ zum Münchner Süden nutzen wollte, verliert dort Zeit und speist zusätzliche Fahrzeuge in ohnehin belastete Zubringer ein. Nach Ende der Maßnahme normalisiert sich die Kapazität – der Sonntag selbst bleibt aber durch Wiesn-Rückfahrten und Ferienverkehr kritisch.
Samstag und Sonntag: Lkw-Fahrverbot und Rückreisewellen
Am Feiertag, 3. Oktober, und am Sonntag, 4. Oktober, gilt für schwere Lkw über 7,5 Tonnen das sonntägliche Fahrverbot von 0 bis 22 Uhr – das entlastet Autobahnen spürbar, ersetzt aber nicht die Wiesn-Nachfrage auf den Zubringern. Am Sonntagnachmittag kommt die klassische Rückreisewelle aus Richtung Alpen, Seen und Mittelgebirge hinzu; wer Richtung Norden oder Westen durch den Raum München fährt, sollte entweder früh starten oder bewusst spät fahren, statt die Stoßzeit am Nachmittag mitzunehmen.
In Baden-Württemberg gilt wegen Niedrigwasser an Rhein und Neckar eine zeitlich befristete Ausnahme vom Lkw-Verbot – auf der A8 Richtung Stuttgart kann deshalb mehr Schwerverkehr unterwegs sein als gewohnt. Das erhöht die Gefahr von langsam fahrenden Kolonnen und engen Überholsituationen auf zweispurigen Abschnitten.
Durchfahrt statt Wiesn: Routen entscheiden
Transitfahrer, die München normalerweise über den Mittleren Ring queren, sollten am Wiesn-Wochenende auf Autobahnring und Tangenten ausweichen, auch wenn die Navigation weniger Kilometer verspricht. Grenzübergänge wie Walserberg an der A8 oder Kiefersfelden an der A93 können durch Ferien- und Festverkehr zusätzliche Wartezeiten bringen; wer aus Österreich oder Südtirol kommt, plant Puffer ein, bevor Anschlussflüge oder Zugbindungen anstehen.
Nach einem langen Wochenende mit Stop-and-go, engen Baustellen und Stadttrafik lohnt ein kurzer Blick auf anstehende Fristen: Wer in CarDiary HU-Termine und Serviceintervalle neben den laufenden Fahrzeugkosten pflegt, sieht früh, ob die Belastung der letzten Tage eine Werkstattkontrolle nahelegt – der HU-Fristen-Rechner auf CarDiary hilft bei der Orientierung zum nächsten TÜV-Termin. Details zum offiziellen Wiesn-Verkehrskonzept finden Sie bei der Landeshauptstadt München.