Tesla hat in Deutschland einen Rückruf für den Model 3 gestartet, den das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) unter der Referenz 16992R führt. Hintergrund ist nicht ein klassischer Hardware-Defekt an Bremsen oder Lenkung, sondern die passive Sicherheit bei einem Seitenaufprall: Die betroffenen Fahrzeuge erfüllen die Anforderungen in diesem Crash-Szenario laut KBA-Meldung nicht vollständig. Für Halterinnen und Halter heißt das vor allem: Software prüfen, Update einspielen – und nur bei hartnäckigen Problemen in die Werkstatt.
Was das KBA meldet und wen es trifft
Weltweit sind nach den veröffentlichten Angaben rund 131.700 Model 3 im Rückruf; in Deutschland sind es potenziell 12.680 Fahrzeuge. Das KBA überwacht die Maßnahme wie bei jedem Herstellerrückruf und dokumentiert sie in der Rückrufdatenbank. Entscheidend ist nicht das Baujahr allein, sondern ob Ihr konkretes Fahrzeug in der betroffenen Charge liegt – das klären Sie über die Fahrgestellnummer (FIN) beim Hersteller oder in der Tesla-App unter Service und Rückrufe.
Anders als bei den großen Lenkungsaktionen im Volkswagen-Konzern (VW, Audi, Seat, Škoda) geht es hier nicht um eine Schraube an der Lenkung, sondern um die Auslegung der Seitenaufprallschutz-Logik in der Fahrzeugsoftware. Deshalb ist der Normalfall ein Over-the-Air-Update (OTA), kein Tausch physischer Bauteile.
Schritt 1: Prüfen, ob der Rückruf offen ist
Bevor Sie irgendwo anrufen, lohnt sich ein kurzer Check in der Tesla-App oder am Fahrzeugdisplay:
- Unter Service sollte ein offener Rückruf mit Bezug zum Seitenaufprall bzw. zur Referenz 16992R erscheinen, wenn Ihr Model 3 betroffen ist und die Abhilfe noch aussteht.
- Notieren Sie den aktuellen Softwarestand (Menü Software). Laut Service-Informationen gilt die Abhilfe als erledigt, wenn mindestens eine der Versionen 2026.26.100.2 oder 2026.32.3 installiert ist – oder eine neuere, die Tesla für Ihr Fahrzeug freigibt.
- Ist bereits eine passende oder neuere Version aktiv und der Rückruf verschwindet nicht aus der Übersicht, dokumentieren Sie Datum und Stand; das hilft beim Support.
Schritt 2: Update einspielen und Verbindung sichern
Die Abhilfe soll per OTA aufs Fahrzeug kommen. Damit das zuverlässig klappt, behandeln Sie das Update wie eine kleine Wartungsaktion:
- Das Model 3 mit stabilem WLAN verbinden oder an einer Wallbox/Ladesäule parken, solange Tesla das Update ausrollt – Updates laden oft im Stand, während der Akku versorgt ist.
- Genug Zeit einplanen: Download und Installation können je nach Paketgröße und Verbindung deutlich länger dauern als ein App-Update auf dem Smartphone.
- Nach Abschluss kurz prüfen, ob der Softwarestand die genannten Mindestversionen erreicht und ob der Rückruf in der App als erledigt markiert ist.
Laut Tesla kann der Eintrag in der Liste offener Arbeiten nach erfolgreicher Installation automatisch verschwinden. Fahren Sie erst wie gewohnt weiter, wenn Sie den neuen Stand im Menü sehen und keine Warnhinweise zum Rückruf mehr angezeigt werden.
Schritt 3: Wann ein Service Center nötig wird
Ein Werkstattbesuch ist nicht der Regelfall, aber er ist nicht ausgeschlossen. Kontaktieren Sie Tesla oder ein autorisiertes Service Center, wenn:
- das Update über mehrere Tage nicht angeboten wird, obwohl Ihr Fahrzeug laut FIN betroffen ist;
- die Installation abbricht oder nach mehreren Versuchen fehlschlägt;
- der Rückruf in der App weiterhin als offen gilt, obwohl Ihr Softwarestand die Mindestversion überschreitet.
Bringen Sie dann FIN, Screenshots des Softwarestands und den Zeitpunkt der letzten Update-Versuche mit. So vermeiden Sie doppelte Diagnose und unnötige Standzeiten.
Was Sie nicht verwechseln sollten
Parallel laufen in Deutschland andere, schwerwiegendere Rückrufe – etwa die Lenkungsverschraubungen bei VW-Konzern-Modellen mit Werkstatttermin und physischer Schraube. Wer zusätzlich einen Octavia, Golf oder Q3 in der Familie fährt, muss das getrennt prüfen. Beim Model 3 geht es ausschließlich um die Seitenaufprall-Thematik und die Software-Abhilfe unter 16992R.
Kurz für Gebrauchtwagenkäufer
Steht ein Model 3 auf der Kaufliste, gehört der Softwarestand zur Probefahrt dazu: In der App oder am Display nach offenen Rückrufen suchen und die Version gegen 2026.26.100.2 bzw. 2026.32.3 halten. Ist die Abhilfe noch offen, klären Sie vor Kauf und Übergabe, wer das Update auslöst und dokumentiert. Wer nach einem Werkstattgang wegen 16992R Unterlagen sammelt, kann den Termin im Serviceprotokoll von CarDiary festhalten, damit Rückruf und andere Fristen wie HU oder Service später auf einen Blick auffindbar bleiben.