Regen auf der Autobahn: Aquaplaning, Stauende und Kettenunfälle – was Pkw-Fahrer von der A5-Serie mitnehmen

Ein nasser Oktobermorgen auf der A5 bei Baden-Baden: Ein Pkw gerät in Fahrtrichtung Süden ins Schleudern, prallt gegen d...

Ein nasser Oktobermorgen auf der A5 bei Baden-Baden: Ein Pkw gerät in Fahrtrichtung Süden ins Schleudern, prallt gegen die Mittelleitplanke, und Teile landen auf der Gegenfahrbahn. In der Folge bremsen viele Fahrzeuge hart ab oder weichen aus – es kommt zu mehreren Auffahrunfällen. Kurz später, am Ende eines vier Kilometer langen Rückstaus, passiert erneut Unachtsamkeit: Zwei Autos und ein Lastzug kollidieren, ein Fahrer wird im Wagen eingeklemmt. Die Polizei schätzt den Gesamtschaden auf einen sechsstelligen Betrag; zeitweise staute es auch auf der parallel verlaufenden B3. Das Muster ist kein Einzelfall: Sobald Regen, Laub und kalte Fahrbahnen zusammenkommen, steigt auf Autobahnen das Risiko für Aquaplaning – und genauso für zweite und dritte Unfälle am Stauende.

Was Aquaplaning auf der linken Spur auslöst

Aquaplaning entsteht, wenn das Reifenprofil die Wasserfilm auf der Fahrbahn nicht mehr abtransportiert. Der Kontakt zur Asphaltdecke bricht weg, Lenken und Bremsen wirken kaum noch. Besonders kritisch sind breite Reifen mit wenig Restprofil, hohe Geschwindigkeit und Spurrillen, in denen sich Wasser sammelt. Auf der A5 zwischen Karlsruhe und Basel ist der Verkehr dicht, die Spuren sind stark befahren – ein Schleudern an der Leitplanke kann sofort Nachfolger treffen, die zu spät reagieren.

Entscheidend ist die erste Sekunde: Nicht abrupt gegenlenken oder Vollbremsung, sondern Gas wegnehmen, Lenkrad ruhig halten und erst wieder lenken, wenn spürbarer Grip zurück ist. Warnblinkanlage einschalten, sobald Sie die Kontrolle wieder haben oder deutlich langsamer werden als der restliche Verkehr. Wer danach auf der Gegenfahrbahn liegende Teile sieht, sollte das über den Notruf melden – genau solche Trümmer lösten auf der A5 die Kettenreaktion aus.

Stauende: die zweite Unfallwelle

Polizei und Unfallforscher kennen das Bild: Der erste Unfall erzeugt Rückstau. Am Ende des Staus treffen Pendler und Reisende überraschend auf stehenden Verkehr. Wer zu spät abbiegt oder auf den Standstreifen ausweicht, gefährdet andere; wer zu hart bremst, provoziert Auffahrunfälle. Auf der A5 bei Baden-Baden ereigneten sich nach dem Aquaplaning-Unfall zwei weitere Kollisionen mit insgesamt elf beteiligten Fahrzeugen – darunter ein Lkw, der zwei Pkw erfasste, obwohl diese bereits abbremsten.

Für Pkw-Fahrer heißt das: Sobald sich die Geschwindigkeit der vorausfahrenden Kolonne sichtbar verringert, frühzeitig Tempo rausnehmen und den Abstand vergrößern. Lieber mehrere hundert Meter Luft halten als am Stauende zu kleben. Blinker setzen, wenn Sie merken, dass der Verkehr stockt – das warnt Nachfolger früher als eine plötzliche Bremsleuchte allein. Auf zweispurigen Abschnitten nicht zwischen Lkw und Leitplanke „durchquetschen“; dort fehlt oft der Ausweichraum.

Sicht, Abstand und Geschwindigkeit bei Herbstregen

Der ADAC weist für Herbstfahrten regelmäßig auf Nebel, Nässe und laubbedeckte Straßen hin – oft im selben Wochenende, in dem in mehreren Bundesländern Herbstferien beginnen. Scheiben innen trocken halten, Wischerblätter prüfen und Abblendlicht statt Fernlicht nutzen, sobald Sprühregen die Sicht trübt. Die Regel „nur so schnell wie der Sicherheitsabstand erlaubt“ gilt bei Nässe strenger: Der TÜV- und Branchenstandard empfiehlt, den Abstand mindestens zu verdoppeln; bei Aquaplaning-Gefahr lieber noch mehr.

Tempo 130 km/h auf nasser Fahrbahn ist nicht automatisch unproblematisch. Wer mit Sommerreifen unterwegs ist, sollte bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und auf nassen Alpen-Zufahrten (A5 Richtung Basel, Anschluss Richtung Schwarzwald) ohnehin langsamer fahren – unabhängig von der formalen Winterreifen-Situation. Relevant ist der Grip, nicht das Schild am Straßenrand.

Vor der Fahrt: Reifen, Licht und Papiere

Profiltiefe messen (gesetzlich mindestens 1,6 mm, sinnvoll deutlich mehr), Reifendruck kalt prüfen und Laufrichtung von M+S- oder Winterreifen kontrollieren. Scheinwerfer und Rückleuchten sauber halten; ein schmutziger Rückstrahler macht Sie im Regen fast unsichtbar. HU-Termin, Versicherungsschein und Warndreieck sollten griffbereit sein – wer unsicher ist, wann die nächste Hauptuntersuchung fällig wird, kann das mit dem HU-Fristen-Rechner von CarDiary grob gegen den Erstzulassungstermin abgleichen.

Wer in CarDiary einen kurzen Service-Eintrag zum Reifenwechsel oder Profiltiefe-Check speichert, muss vor der nächsten Regenfahrt nicht raten, wann zuletzt an den Reifen gearbeitet wurde – das digitale Fahrzeug- und Terminprotokoll ersetzt kein amtliches Fahrtenbuch, hilft aber beim planbaren Unterhalt.

Wenn es knallt: richtig absichern

Nach einem Unfall oder bei Panne Warnblinkanlage, Warnweste an, Warndreieck in ausreichendem Abstand aufstellen (Autobahn deutlich weiter als innerorts). Passagiere hinter der Leitplanke in Sicherheit bringen, nicht auf der Fahrbahn stehen bleiben. Notruf 112 mit Richtung, Kilometerstein und Unfallhergang wählen. Bei leichten Auffahrunfällen ohne Verletzte die Fahrbahn nicht unnötig blockieren, aber Fotos und Daten tauschen, bevor Fahrzeuge bei Glatteis oder Regen erneut rutschen.

Ausweichverkehr über Bundesstraßen – wie die B3 parallel zur A5 – ist kein Ersatz für vorausschauendes Bremsen. Dort gibt es Kreuzungen, Fußgänger und Tempo 100; wer aus Frust über den Stau dort zu schnell fährt, überträgt das Staurisiko nur auf andere Straßen.

Kurz zusammengefasst für die nächste Regenfahrt

  • Bei Aquaplaning: Gas weg, Lenkrad fest, nicht ruckartig bremsen.
  • Stauende früh erkennen, Abstand verdoppeln, Nachfolger durch frühes Bremsen warnen.
  • Reifen und Wischer vor Herbstferien prüfen; Restprofil unter drei Millimetern im Regen kritisch.
  • Nach Unfällen Leitplanke nutzen, nicht auf der Spur stehen bleiben.

Die A5-Serie bei Baden-Baden zeigt: Ein einzelner Kontrollverlust kann am selben Morgen Dutzende Fahrer in Staus, Reparaturen und Ermittlungen ziehen. Wer Nässe als eigenes Fahrmanöver behandelt – langsamer, weiter, wacher – reduziert die Chance, selbst Teil einer Kettenreaktion zu werden.


https://www.car-diary.net/build/assets/flag-en-Dien0O0O.png https://www.car-diary.net/build/assets/flag-en-gb-CFOpQedK.png https://www.car-diary.net/build/assets/flag-bg-MsiRXCLT.png https://www.car-diary.net/build/assets/flag-ro-CaHXANk0.png https://www.car-diary.net/build/assets/flag-el-BVHqgjTL.png https://www.car-diary.net/build/assets/flag-de-DOA3ZfaR.png https://www.car-diary.net/build/assets/flag-fr-BtfubWT6.png https://www.car-diary.net/build/assets/flag-es-iVTog9Oi.png https://www.car-diary.net/build/assets/flag-it-Ct7RLwXx.png https://www.car-diary.net/build/assets/flag-pl-OWgefiF6.png https://www.car-diary.net/build/assets/flag-hu-BxooiC-Y.png https://www.car-diary.net/build/assets/flag-cs-CQ0GPA3W.png https://www.car-diary.net/build/assets/flag-sk-Di2-hul_.png https://www.car-diary.net/build/assets/flag-hr-CFGT8V6D.png https://www.car-diary.net/build/assets/flag-nl-CeqTqx21.png https://www.car-diary.net/build/assets/flag-pt-BXdczVE-.png https://www.car-diary.net/build/assets/flag-sl-DBDq2xzK.png https://www.car-diary.net/build/assets/flag-da-CcE_SpnG.png https://www.car-diary.net/build/assets/flag-fi-kHDHHAV-.png